Samstag, 26. April 2014

How to make...Peony/ Pfingstrosen

Pfingstrosen gehören zu meinen absoluten Lieblingsblumen!
Daher bin ich ja schon lange auf der Suche nach einer Anleitung für die perfekte Pfingstrose. Also so, wie ich sie mir vorstelle. 

Meine bisherigen Zuckerblumen/-rosen, die ich nach verschiedenen Tutorials aus Büchern oder dem Internet gemacht habe, sind zwar auch wunderschön (und zart-zerbrechlich), sehen für meinen Geschmack eher wie "Englische Rosen" aus. Die mag ich zwar auch sehr, sehr gerne, es sind aber nun mal keine Pfingstrosen!

Gestern habe ich nach langen Wochen des Wartens endlich meine neuen Ausstecher bekommen, die ich bereits hier erwähnt hatte. Und da ich noch etwas Blütenpaste da hatte, habe ich mich gleich dran gemacht, die Ausstecher zu testen!

Das Endergebnis finde ich richtig gut! Das entspricht meiner Vorstellung einer Pfingstrose und ich werde sie in Zukunft immer so machen!

Hier also ein Tutorial für Pfingstrosen!

Man braucht:

eine Styroporkugel, ca. 3cm Durchmesser
Blütenpaste
Ausstecher
etwas zum Ausrollen
Lebensmittelkleber (CMC)
Flowerpad
Manschette aus Küchenkrepp o.ä.
Pinsel von kleinerer/mittlerer Dicke 
Pflanzenfett 
Trockenform (Apfelpappe aus dem Supermarkt)

nicht im Bild:
Tasse oder andere halbrunde Form zum Trocknen
Gefrierbeutel oder besser: Dokumentenhülle 
Pinzette 
3 Papiertücher 



Lebensmittelkleber/ Zuckerkleber:
30ml abgekocht Wasser
~1/4 TL Carboxymethylcellulose (CMC)

Minestens 1 Tag vorher machen, damit sich das Pulver restlos auflösen kann!
Wasser in einen kleinen Behälter mit Deckel giessen. CMC ins Wasser geben und das Ganze gut schütteln. Man sieht noch in kleine Blasen eingeschlossene CMC-Reste. Die sind aber nach 1 Tag Ruhezeit von selbst verschwunden. Den KLeber eher sparsam verwenden- weniger ist hier mehr!

1.) Hände mit etwas Pflanzenfett einfetten und die Blütenpaste ordentlich geschmeidig kneten. Die Paste auf einer Anti-Haft-Unterlage so dünn ausrollen, wie es geht. Zwischendurch mal anheben und umdrehen. Wichtig ist, dass sie sich nach dem Ausstechen auch noch gut vom Untergrund löst! ;)

2.) Zwischen den an drei Seiten geöffneten Gefrierbeutel (alternativ: in die Dokumentenhülle) legen und ggfs. noch weiter ausrollen, bis sie wirklich so dünn, wie möglich ist. Ich arbeite ja immer auf meiner Punktedecke und rolle so lange, bis die Punkte anfangen leicht durchzuschimmern. 

3.) Mit dem kleinsten Ausstecher 6 Blätter ausstechen. Ich hab das direkt auf meinem Gefierbeutel gemacht. Das hat den Vorteil, dass man die extrem dünne Schicht Blütenpaste sehr leicht hochgehoben bekommt, ohne sich die ersten Macken in die Form zu hauen. Der Gefrierbeutel ist Transferfolie und "Frischhalte-Hülle" für die auf ihren Einsatz wartenden Blütenblätter zugleich!


4.) Die einzelnen Blätten nun auf dem Flowerpad mit dem Pinselstiel ausdünnen. Dazu wird der Stiel etwa 1/2cm am oberen Blattrand angesetzt und mit leichten Druck weg vom Blatt gestrichen. Lieber erstmal etwas weniger Druck und dann nochmal drübergehen, als direkt zu fest drücken- dann reisst das Blatt ganz schnell!  Es ergibt sich die für Pfingstrosen charakteristische leichte Käuselung der Blütenblätter. Die ausgestochene Form verändert sich auch etwas! Durch den leichten Druck wird fast transparent ausgedünnt. Das Ganze so lange machen, bis einem das Blatt gefällt!

5.) Dann kommen die einzelnen Blätter auf einen Teelöffel, um etwas anzutrocknen. Das dauert ca. 10 Minuten, bis die Ränder anfangen hart zu werden. 
Der untere Bereich (der in der Löffelmulde liegt, darf ruhig noch tewas flexibel sein- das vereinfacht das ankleben etwas.

 
6.) Die Styroporkugel mit Lebensmittelkleber einstreichen und das erste Blatt einmal rundherum ankleben, das der gekräuselte Teil bis etwa Kugelmitte reicht.

 

7.) Ein 2tes und 3tes Blatt versetzt und am Rand etwas überlappend genau so platzieren. Die gekräuselten Spitzen dabei etwas in einander "verhaken", dass man die Kugel nicht mehr so sieht.



8.) Die drei weiteren "kleinsten" Blätter versetzt ankleben.

  

9.) Mit dem zweiten Ausstecher die Schritte 1.)-9.) wiederholen und dabei ca.18 Blätter vorbereiten.

Es kommt nicht auf die genaue Anzahl an, 1 mehr oder weniger bekommt man immer unter. Man kann durchaus ein bisschen mit dem Überlappungsabstand "spielen".
Je mehr Blätter man macht und einbaut, desto größer oder voller wird die Pfingstrose. Meine Anzahl ergibt eine "gute Hand voll" und entspricht nahezu der Originalgröße.

10.) Mit wieder 3 Blättern die Knospe umranden, dann mit weiteren 4 und anschließend mit weiteren 5 mittleren Blättern versetzt umranden. Zuletzt die verbleibenden 6 (oder mehr oder weniger) um die Pfingstrose anordnen.


Ich habe hier übrigens nicht akkurat Blatt neben Blatt angeordnet, sondern ein wenig Freestyle gewagt und die Blätter mal der Reihe nach überlappt und mal zwei nebeneinander und ein drittes mitten drauf gesetzt. Deshalb auch nehme ich die Blattanzahl auch nicht so genau! Ich finde, dadurch sieht alles etwas wilder, natürlicher aus! ;)
 Da alles noch nicht ausgetrocknet ist, biegen sich die Blätter nach aussen und man hat das Gefühl, es fällt alles auseinander. Don´t worry-dagegen machen wir gleich etwas!

11.) Ein zusammengerolltes Tuch in eine Teetasse legen. Die Rose auf ein weiteres Tuch legen. 
Damit hinterher nicht alles so zusammenpappt, kleine Abstandhalter basteln. Dazu noch ein weiteres Papiertuch zerreissen und kleine Röllchen formen/zwirbeln. Diese vorsichtig mit Hilfe einer Pinzette oder einem Schaschlikspiess zwischen den Blütenblättern verteilen. (Ich hab die Röllchen schon ein ganzen Stück weit runter geschoben!) 
Das ganze in einer Teetasse versenken! 



12.) Mit dem größten Ausstecher 6 Blätter ausstechen, ausdünnen und in die Trockenform (Apfelpappe) legen. Dabei darauf achten, dass die gekräuselte Spitze leicht nach innen geneigt ist!

13.) Alles über Nacht trocknen lassen!

14.) Am nächsten Tag die äußeren Blätter so ankleben, dass sie einmal rumreichen.


15.) Trocknen lassen, vorsichtig mit einer Pinzette die Abstandhalter entfernen und fertig!


Schöne Effekte erzielt man, wenn man im Knospenbereich einige Blätter in einer anderen Farbe aussticht. Ich hatte noch einen klitzekleinen Rest rosa und habe ein Blatt mit dem kleinsten Ausstecher und 2 mit dem Mittleren ausgestochen und diese möglichst zentral verwendet. Abpudern werde ich sie deshalb nicht mehr!

Wie gefällt euch meine Pfingstrose?


Sonntag, 20. April 2014

Osterbrunch - Teil 3 "Rhabarber-Torte"

Ostern steht vor der Tür! Traditionell verbringen wir Ostersonntag mit der Familie bei einem sehr ausgedehnten Osterbrunch. Dann kommt üblicherweise eine kleine Pause, bis es (endlich) am Nachmittag noch ein nettes, gemütliches Kaffetrinken gibt.

In diesem Jahr gibts mal keine Fondanttorte, weil meine Schwiegermutter einen Mohn-Käsekuchen mitbringen möchte. Eine weitere Torte erschien mir da etwas zu heftig.


Deshalb wollte ich nach langer, langer Zeit noch einmal diese fantastische Rhabarbertorte machen-der besonders flotte Frühling in diesem Jahr (und damit der erste Rhabarber) kommt mir da sehr entgegen!
Wegen der langen Kühlzeit 1 Tag vorher machen!!






Rhabarber-Torte  (ohne backen!)

Ich habe die Torte in mit einem Backring gemacht,weil ich eine höhere, dafür aber im Durchmesser etwas kleinere Torte haben wollte. In den Backring habe ich den Boden einer 24er Springform gelegt und diesen mit Backpapier ausgelegt. 
Man kann natürlich auch eine 26er Springform nehmen.


Die Aktenklammern eignen sich übrigens gut für Backringe, die sich dauernd verstellen!


Für den Boden:

100g Amarettini
100g Löffenbisquits
125g weiche Butter


  • Amarettini+Löffelbisquits fein zerbröseln.  DAzu gibt es mehrere Möglichkeiten: in einem Gefrierbeutel füllen, verschliessen und mit einer Teilrolle drauf klopfen und drüber rollen, oder mir einem Stampfer für Kartoffelpüree oder wenn man wie ich keinen Stampfer hat: ne Suppenkelle tuts auch!
 
  • Brösel anschliessend mit der weichen Butter verkneten und in die Springform schütten. 
  •  Das Ganze gleichmässig verteilen gut festdrücken. Hierfür kann man einen Esslöffen oder ein Weißbierglas nehmen!
  • Springform mit Boden ca. 1 Std. in den Kühlschrank stellen.

Währenddessen:



Für die Torte:
ca. 1kg Rhabarber
180g Zucker
2 Pck Vanillezucker
4 EL Himbeersirup
13 Blatt weisse Gelatine
500g Quark
etwas gemahlene Bourbonvanille
2 Becher Sahne (à 200g)
(1-2 EL Himbeergelee nach Belieben)
(wer mag: 50g Amarettini zum verzieren)

  • Rhabarber putzen (schälen), waschen, in kleine Stücke schnibbeln 
  • Das ganze in einem Topf mit Zucker, 1 Pck. Vanillezucker und dem Himbeersirup vermischen. 10 min. ziehen lassen.

  • Dann alles auf den Herd -> kurz aufkochen, ca. 3 Min. vor sich hin köcheln lassen (gerne ab und zu umrühren) und wieder ca. 5 Min abkühlen lassen.
  • Währenddessen: Gelatine in kalten Wasser einweichen
  • Gelatine ausdrücken und in die heiße Rhabarbermasse schmeissen und dort auflösen. Übrigens: ich  habe meinem Rhabarber etwas pinke Farbpaste zugefügt, damit die Masse hinterher schön rosa wird! Bei rotem Rhabarber geht das von ganz alleine, bei Grünem kann man da etws nachhelfen!
  • Quark mit 1 Pck. Vanillezucker und etwas gemahlene Bourbonvanille verrühren.
  •  Quarkmasse unter die Rhabarbermasse rühren und ca. 20 Min. in den Kühlschrank stellen, bis die Gelatine langsam beginnt fester zu werden.
  •  2 Becher Sahne steif schlagen und unter die Masse heben.

  • Etwa 2/3 der Masse auf den Keksboden schütten. Wer auf Garnierungsexperimente verzichten möchte, gibt einfach die ganze Masse auf den Boden und stellt das Ganze für 12 Std. (oder über Nacht) in den Kühlschrank. Das Ergebnis sieht nach der Kühlzeit so aus:

  • Für Garnierungsexperimente: Die übrigen 1/3 mit der Mascarpone vermengen und ebenfalls ca. 12 Std. (über Nacht) in den Kühlschrank stellen. Diese übrigen 1/3 werden für die Deko benötigt. Allerdnigs musste ich feststellen, dass sich diese Masse nur bedingt zu exotischen Spritzt+llenexperimenten eignet, da die Konsistenz halt keiner Buttercreme entspricht! Aber die würde ja hier nicht hinpassen...
Garnierung/ Dekoration:
  • Für die Garnierung die Mascarpone-Gelatine-Masse in einen Spritzbeutel füllen und Kringel oder Rosen oder Tuffs spritzen. Anschließend Etwas Himbeergelee in der Mikrowelle verflüssigen und über die Tuffs verteilen. Dann nochmal ab in den Kühlschrank, bis der Kuchen serviert wird.



Und damit wären wir durch mit meinen Vorbereitungen! Schöne Ostern euch allen!

Samstag, 19. April 2014

Osterbrunch -Teil 2 "Brioche"

Also, ich liebe ja Brioche. Schön fluffig und süß-genau mein Ding! Und ich glaube, auch für Kinder ein Hit!

Leider, leider wird sie ja mit Hefe gemacht und das ist nun eigentlich so gar nicht mein Ding: man muss den Teig mit wohltemperierter Milch angerühren, dann ruhen lassen und hoffen, dass er richtig aufgeht.
Wenn das dann nicht der Fall ist, ist die Enttäuschung groß.
Und bei mir hat das "Nicht-Aufgehen" irgentwieTradition. Worans gelegen hat? -ich weiss es nicht.
Deshalb hab ichs irgentwann aufgegeben und beschlossen, das die Hefe und ich in diesem Leben einfach keine Freunde werden können.

Aber heute habe ich es doch nochmal gewagt und eine Brioche gebacken. Und die ist mir tatsächlich beim ersten Anlauf gelungen!!

Hier mein bebildertes Rezept, dessen Ursprung ich irgentwo im Internet gefunden habe:

500g Mehl
85g Zucker
1 Pck. Trockenhefe (ist das vielleicht das Geheimnis?)
1 Prise Salz

in einer Schüssel vermengen.



60g weiche Butter (Alternativ: in der Mikrowelle weich gebruzzelt)
1/4 l warme Milch (natürlich auch aus der Mikrowelle ;-) )
1 Ei



auf die Mehlmischung geben und mindestens 20 Minuten in der Küchenmaschine mit dem Knethaken kneten lassen. Die Maschine muss nicht auf höchster Stufe laufen- mittlere Stufe reicht völlig.





Anschließend den Teig zusammenschaben und die Schüssel für 1 Stunde an einen warmen Ort stellen.



 
Gretchenfrage: "warmer Ort"? Wo bitte ist das?
Ich habe eine Fensterbank mit Heizung drunter. Dieses praktische Ensembel steht nicht im Durchzug o.ä. Das Fensterbrett fühlt sich bei laufender Heizung warm an. Dieses Fensterbrett ist also mein perfekter Hefe-Parkplatz!

In der Zwischenzeit die Kastenform (wer hat, darf auch gerne eine Briocheform nehmen ;-)  ) vorbereiten. Kann man fetten und mehlen- muss man aber nicht. Die faule Hausfrau von heute spart sich den späteren Spülvorgang und legt mit Backpapier aus!



 
Nach 1 Stunde ist der Teig schön aufgegangen (etwa auf das doppelte). Dann -so leid es einem tut- die Schüssel noch einmal einhängen und weitere 3-5 Minuten kneten lassen. Ja, die schöne Blase fällt jetzt erstmal zusammen, macht aber nichts!



Den Teig nun aus der Schüssel holen (ich nehm da immer gerne die Teigkarte) und auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsplatte in 3 Teile zerteilen.




Diese jeweils zu einem Strang formen und einen Zopf flechten (man kanns natürlich auch so in die Kastenform legen, aber eine echte Brioche- muss ein Zopf sein!).




Der Zopf kommt dann in die Kastenform und dann: wieder 1 Stunde ab auf den Hefe-Parkplatz (warme Fensterbank).
Der Teig geht nun ein weiteres mal herrlich auf!


Jetzt ist es fast geschafft: unser super-Zopf wird nur noch mir Eigelb bepinselt (damit er nachher auch schön glänzt) und dann ab in den vorgeheizten Ofen! Bei Ober-Unterhitze, 150°C, vorgeheizt ca. 35 Minuten backen (hier so ein bissl nach Gefühl, persönlicher Backofenerfahrung und bevorzugter Krustenfarbe). 




und voilà: da isses!