Mittwoch, 28. Mai 2014

MiniTortenTag - Teil 2

In Teil 1 habe ich bereits beschrieben, wie ich meine Törtchen hergestellt, gefüllt und eingedeckt habe. Nun will ich euch das Ergebnis meiner Dekorversuche zeigen.

Ich wollte verschiedene Techniken ausprobieren und ein bisschen üben und verschiendene Varianten testen.
Bei 6 Tortenrohlingen konnte ich mich also endlich mal kreativ austoben!

Wie beschrieben habe ich 3 Doppelstöckige Mini-Torten (Schmandcreme mit Blaubeeren) und 3 Einfache (Zitronencreme) gemacht.

Ich will jetzt gar nichts totquatschen, hier sind die fertigen MiniTorten:

Bei der Titeltorte (oben im Beitrag) durfte meine Silikonform für Perlenschnüre ran. Ich habe weissen Fondant verwendet, den ich mit "Alabaster" abgepudert habe.

Und hier kommen meine weiteren Kreationen mit...

...Royal Icing 
Meine Premiere! Ich hatte etwas Manschetten davor, aber dann war es einfacher als gedacht und dann konnte ich gar nicht mehr aufhören. So ist diese romantische kleine Prinzessin-Torte entstanden! Hätte ich echt schon früher probieren können...






...Polka Dots mit Royal Icing 
Ebenfalls eine Premiere. Die Dots sind ohne Schablone oder anzeichnen entstanden. Mir gefiel die Vorstellung einer simpel anmutenden Torte.


...Quilting mit Zuckerrose
Wieder eine Premiere! Die Rose habe ich schon eine Weile im Schrank liegen-sie ist meine erste Zuckerblume überhaupt gewesen und kam nun endlich mal zum Einsatz! Für das Quilting-Muster habe ich einen Stempel von JEM verwendet, für den oberen Rand diente ein Kneifer. Sieht leider noch etwas chaotisch aus-das hab ich schon mal besser hinbekommen.


...Thema "Rot&Weiß":
Hierbei kamen meine klassischen Blumenausstecher zum Einsatz. Die weissen Punkte sind wieder mir Royal Icing aufgebracht. Das schöne Band hat mich zu dieser Torte inspiriert!


...einfache Form mit Zuckerblume:
Diese Blume hatte ich auch schon vor einer Weile gemacht und aufgrund der flachen Form, fand ich sie toll als Mini-Cake-Topper!


Wie gefällts euch?

Montag, 26. Mai 2014

Fondanttauglichkeit von Sahnefüllungen

Ich experimentiere immer noch sehr viel mit verschiedenen Füllungen und Geschmacksrichtungen rum. Das Thema Buttercreme und meine Einstellung dazu hatte ich ja im Beitrag "Swiss Meringue Buttercream" angeschnitten. 
Zwar funktioniert die Swiss Meringue Cream immer gut, aber ich will auf Dauer lieber was ohne Butter haben. Als einzige Tortenfüllung finde ich SMB eh nicht so besonders....

Prinzipiell bevorzuge ich Schokoladenganache. Die ist eigentlich ideal in ihren Eigenschaften und im Geschmack, aber es gibt ja tatsächlich Leute, die keine Schokolade mögen.

Nun bin ich auf der Suche, nach einer geschmacklich überzeugenderen Tortenfüllung. Deshalb habe ich es mir gerade zur Aufgabe gemacht, eine Creme zu entwickeln, die sich gut verarbeiten lässt, mit einer Nacht Kühlung gut anzieht und -das wär ein Traum- sich ganz einfach in verschiedene Geschmacksrichtungen anpassen lässt. 
Meine Schmandcreme, die ich für meine Mini-Torten verwendet habe und recht einfach mit verschiedenen Beeren o.ä. abwandelbar ist, ist schon ein heisser Favorit. Leider ist sie nicht fondanttauglich, aber was das angeht, soll dieser Artikel weitere Optionen aufzeigen.


Wie gesagt: bei den verschiedenen Überlegungen zur Tortenfüllung stellt sich irgendwann zwangsweise die Frage: was kann unter Fondant? was nicht? Und das die von mir ausgeklammerte Butterbasis -neben der Ganache, die wir ja alle schon zur genüge kennen- leider das non-plus-ultra unter Fondat ist, müssen noch andere Alternativen gefunden werden.

In diesem Beitrag möchte ich also gerne mal die verschiednen Möglichkeiten abklopfen und zusammentragen, die wir haben, sämtliche Füllungen zu verarbeiten und trotzdem mit Fondant einzudecken.


Alternative 1: Isolieren mit (Swiss Meringue-) Buttercream
(von mir bisher überwiegend angewendet) 

Wir machen uns eine Buttercreme oder eine Swiss Meringue Buttercream (SMB) und füllen die in einen Spritzbeutel mit einer normalgroßen Tülle drauf. Das kann eine Loch- oder Sterntülle sein.

Dann wird einmal ein Rand auf den ersten Boden gespritzt, der einmal rumreicht und am Ende abschließt. Hier darf keine Lücke enstanden sein, daher: gewissenhaft arbeiten!

Fondantuntaugliche Füllung nach Wahl im Innenbereich verteilen und nächsten Boden auflegen.

Das Ganze so oft wiederholen, bis die gewünschte Höhe erreicht ist. Mit einem Boden abschließen.

Hinterher alles mit der restlichen Buttercreme oder SMB eintreichen, gut durchkühlen und mit Fondant eindecken.

Fertig!


Alternative 2: Abdichten mit Kuchen

Die von der Tortentante simple und sehr anschaulich beschriebene Methode, eine Sahnetorte fondanttauglich zu machen. Eine ausführliche Bebilderung schenke ich mir, denn besser als die der Tortentante kann ich das eh nicht. Eine kurze Beschreibung soll an dieser Stelle reichen:

Wir backen einen möglichst ebenden, hohen Kuchen und teile ihn in die gewünschte Anzahl Böden, die wir aber schön übereinander gestapelt lassen. 

Dann platzieren wir mittig auf dem Kuchenhaufen eine Schablone oder Kuchenpappe oder Tortenring mit geringerem Durchmesser als der Aussenduchmesser des gebackenen Kuchens. 

Wir schneiden schön ordentlich an der Schablone entlang senkrecht durch alle Bodenschichten einen Rand von ca. 1-2 cm ab, der an einer Stelle aufgeschnitten wird. Jetzt haben wir Kuchenstreifen!
Der Innendurchmesser -also der, der durch die Schablone entstanden ist- gibt das Maß für die spätere Torte vor.

Mit Hilfe eines Tortenringes wird die Torte nun neu aufgebaut:
Erster (unterster Boden) kommt in den Ring, der diesen Straff umschließt. Dann den abgeschnittenen Rand innen an den Tortenringrand legen, dass er einmal komplett rum reicht und geschlossen ist. 

Soviel Sahnefüllung rein, dass noch Platz bleibt, um einen weiteren Boden aufzulegen und alles bündig abschließen zu lassen. 

Dann das ganze nochmal, bis die gewünschte Tortenhöhe erreicht wurde. 

Alles im Ring belassen, oben mit einem Teller beschweren und gut duchkühlen. Anschließend mit Buttercreme oder Ganache einstreichen und mit Fondant endecken.

Alles klar? 


Alternative 3: die -wie ich sie nenne- "Englische Methode"

Diese Methode sieht man viel in den englischen Büchern wie z.B. die von Peggy Porschen. Herbei wird doppelt eingedeckt: mit Marzipan und anschließend nochmal mit Fondant:

Wir besorgen uns im Fachhandel Rollmarzipan oder im Supermarkt unseres Vertrauens ein Packerl herkömmliches Marzipan (200g) und verkneten dieses mit ca. 80-100g Puderzucker. Dazu kann händeeinfetten mit Öl oder Palmin soft hilfreich sein!

!Achtung!: Das Marzipan darf nicht zu kalt sein!! Zimmertemperatur soll er haben! Nur so lange wie gerade nötig kneten, sonst wird alles ganz klebrig und as Ausrollen wird zur Tortur!

Torte wie gewünscht füllen und stapeln. Idealerweise mit einer einigermassen kompakten Creme eintreichen (Sahne ist kein optimales Einstreichmittel!) bzw. mit erwärmten Gelee oder Konfitüre einpinseln (dient als Kleber für den Marzipan).

Marzipan auf einem Backpapier ausrollen. Die Decke mit der Marzipanseite nach unten über die Torte legen, das untere Backpapier abziehen und wie beim Fondant andrücken.
Die Marzipanschicht mit etwas klarem Alkohol oder einfach Wasser benetzen ober leicht überpinseln und die Fondantdecke wie gewohnt drüberlegen und ausglätten.

Klar- das Ganze wird elend süss. Deshalb achte ich darauf, dass die Füllung nicht schon extrem süss ist. Aber mal unter uns Klosterschwestern: Fondant ist eh mega süss, auch ohne diese Marzipanschicht. Und die meisten essen diese Schicht sowiso nicht mit.

Dafür funktioniert es mit jeder Füllung und die Marzipanschicht gleicht auch noch ziemlich gut aus! 

AAAABER: Diese Methode ist auch ziemlich aufwändig und man braucht relativ viele Zutaten, bevor es losgehen kann.




Mein Fazit: 
Am liebsten arbeite ich immer noch mit Ganache. Falls Ganache nicht in Frage kommt, ist wohl die "Mit-Kuchen-Isolier-Methode" die beste Wahl, weil man einfach nicht viele andere Arbeitsschritte braucht und es auch recht schnell gemacht ist.
Die Torte muss eh bei allen beschriebenen Methoden vor der Fondantschicht mit irgentwas eingestrichen werden, weil dieser sonst nicht am Kuchen haften würde.

Welche Methode findet ihr am besten? Gibts noch eine weitere Möglichkeit?

Samstag, 24. Mai 2014

MiniTortenTag! - Teil 1

Diesmal wollte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: meine größte Kuchenform von PME (30cm) testen und ein paar Dekorationen ausprobieren/üben.

Bisher ist das immer etwas zu kurz gekommen, denn ich hätte nicht gewusst, wohin spontan mit so nem 30er Boden. Und da ich kürzlich beim Kaffeeröster reduzierte Dessertringe erstehen konnte und diese auch gleich ausprobieren wollte, war die Idee zum MiniTortenTag geboren.

Zunächst mal zu den Backeigenschaften der PME-Form: ich muss gestehen, ich habe noch nicht die perfekte Backmethode gefunden. Mein fluffiger Teig bekommt im Ofen am Ende immer eine unschöne, doch hubbelige Oberfläche, die ich dann immer abschneide, um gerade Böden zu erhalten. Und das ärgert mich eigentlich, weil ich mir immer so viel Mühe gebe, eine schöne Isoliermanschette drumzubinden.
Ich muss da wirklich mal etwas mit der Temperatur experimentieren und vielleicht lasse ich auch mal am Rand das Backpapier weg.

Nun also zu meinen MiniTorten:
In meinem Kafferösterkarton sind zwei Ringgrößen vertreten: die Durchmesser 5cm und 7,5cm. Beide ca. 6 cm hoch. Dazu gibts für beide Durchmesser einen praktischen Auslösestempel.


Ich habe mit dem größeren Durchmesser so viele Minis ausgestochen, wie ich aus meinem 30er Kuchen hinbekommen. Den überschüssigen Teig habe ich erstmal eingfroren. Vielleicht kann ich mich ja doch irgentwann noch mal dazu durchringen Cakepops zu machen..




Die Böden habe ich nun jeweils einmal durchgeschnitten, so hatte jede Schicht ca. 2cm Dicke.
Für jedes Törtchen waren drei Böden vorgesehen. Für die Mini-Mini-Törtchen 2 Böden. Insgesamt gabs 6 Törtchen: 3 einfache, 3 mit zwei Etagen.

Dann habe zweierlei Cremes als Füllung gemacht:


Schmand-Creme mit Blaubeeren


1 Becher Sahne
1 Päckchen Sahnesteif
1 Becher Schmand
Vanillemark einer Schote
eine gute Hand voll Blaubeeren
(etwas Puderzucker)

Sahne mit Sahnesteif steif schlagen. Schmand und Vanillemark unterheben. Wer mag: Nach belieben mit Puderzucker nachsüßen.
Zitronencreme

1 Becher Sahne
1 Päckchen Sahnesteif
1 Becher Schmand

50g Mascarpone
2-3 gute EL Lemon Curd

Sahne mit Sahnesteif steif schlagen. Schmand, Mascarpone und Lemon Curd unterrühren, bis sich alles gut verbunden hat. Wer mag kann noch etwas gelbe Gelfarbe einführen, damits netter aussieht. Ich hab das aber nicht gemacht.

Dann wurden die Törtchen gestapelt-zunächst die Schmand-Blaubeertörtchen: 

Hierzu habe ich den Ring zur Hilfe genommen. Wir beginnen mit einer Kuchenschicht-mit dem Stempel bis unten drücken. Dann wird mit einem Spritzbeutel die Schmandcreme dünn eingespritzt (ca. Höhe einer dicken Blaubeere). Dann werden einige Blaubeeren reinfallen gelassen. Nicht zu viele, nur ein Paar:


Dann  kommt wieder eine Kuchenschicht, die leicht mit dem Stempel festgedrückt wird und dann das gleiche nochmal, bis wir schließlich mit dem dritten Boden enden. Alles vorsichtig mit dem Auslösestempel auslösen und idealerweise sofort kühl stellen.


Mit den kleinen Etagen ebenso verfahren, aber hier jeweils nur 2 Böden verwenden.

Für die Zitronentörtchen habe ich die Böden mit Lemon Curd bestrichen, dann die Creme drauf und dann wieder einen Boden mit Lemon Curd bestrichen, Creme drauf und einen Boden als Abschluss. Als Haftuntergrund für den Marzipan wurde wieder Lemon Curd verwendet.

Lemon Curd- tolles Zeug. Ich kannte das vorher gar nicht und habs im Supermarkt entdeckt. Demnächst will ich es mal selber machen!

Ich habe alles kurz ins Gefrierfach gestellt, damit auch alles schön fest ist, wenn ich die Marzipandecke ergänze.

Eindecken:

Ich habe hierbei mal die wie ich sie nenne "Englische Methode" verwendet, bei der unter den Fondant eine Marzipanschicht kommt. Mehr zum Thema "Fondanttauglichkeit von Sahnefüllungen" und verschiedene Vorgehensweisen in einem der kommenden Artikel!!

Marzipanrollmasse herstellen. Die Törtchen mit etwas erwärmten/flüssigen Himbeergelee oder Blaubeergelee einstreichen und mit dem ausgerollten Marzipan wie gewohnt eindecken.




Dann wird die Marzipanschicht mit etwas Wasser oder Alkohol befeuchtet. Ich befeuchte meine Hände und "streichel" damit mein Törtchen, dann ist es nicht zu viel und nicht zu wenig Wasser. Und die extra-Portion Liebe ist auch mit drin! ;-). 
Dann ein weiteres Mal -diesmal mit Fondant- eingedecken.

Und so verfahren wir, bis alle Törtchen verpackt sind:


Wenn man Stempel verwenden möchte, ist nun auch die richtige Gelegenheit, den Fondant schon zu strukturieren! Die Muster zeichnen sich am besten im frisch überzogenen Fondant ab (wie bei der Quilting Muster-Torte)!

Alles gut durchkühlen lassen!

Die kleinen Torten können nun auch gestapelt werden. Ich habe das nach der üblichen Methode gemacht. Unter jedes Törtchen habe ich eine kleine Kuchenpappe zurechtgeschnitten und die obersten Etagen mit Stohhalmen abgestützt. Viel Gewicht müssen die unteren Etage zwar nicht halten, aber da bin ich ja eher der Schisser...


 Und im Teil 2 gehts dann ans dekorieren!!

Freitag, 23. Mai 2014

Einfache Fantasieblumen

Für nächste Woche brauchte ich einige Zuckerblumen. Leider ist mein Fundus an kleinen Blumen sehr begrenzt, weil ich es einfach nicht schaffe, welche auf Vorrat zu machen.

Also überlegte ich mir, wie ich einfache, hübsche Zuckerblumen machen könnte.
Ich bin ja nun seit einigen Wochen auch auf Pinterest unterwegs und habe dort so viele Inspirationen gefunden, die ich immer mal ausprobieren wollte und jetzt bot sich eine gute Gelegenheit dazu. 
Ich dachte an rosa Blüten, mit einer recht einfachen Form und als Blütenstempel wollte ich meine bisher nur eher selten eingesetzten Zuckerperlen verwenden. Ich hatte das schon in ein paar meiner Bücher gesehen und finde das eine gute und flotte Alternative zu aufwändigeren Techniken, "reale" Stempel zu formen.

Hier also eine weitere Anleitung für "die flotte Blüte"!

An Werkzeug braucht man nichts wirklich exotisches. Ein einfacher Blumenausstecher in zwei oder drei Größen reicht schon aus. Und was auch nicht fehlen darf: mein sehr lieb gewonnenes Schaschlikspiess-ich finde den Effekt einfach toll!


Flower Pad
Ball-Tool
Schaschlikspieß
Ausrollstab
Ausstecher
Blütenpaste
Mini-Palette oder Messer
Form zum Trocknen
Lebensmittelkleber

1.) Die Blütenpaste sehr dünn ausrollen und mit dem größten Ausstecher so sauber wie möglich ausstechen. Ggfs. die einzelnen Blütenblätter auseinander ziehen, um sie voneinander zu lösen und einmal mit dem Finger nachziehen, falls der Ausstecher nicht sauber aussticht.



2.) Auf dem Flowerpad zunächst die Innenfläche des Blütenblattes mit etwa 2 kreisenden Bewegungen und leichtem Druck eine "Beule" massieren. Die übrigen Blütenblätter auch ausbeulen.


3.) Dann die Ränder mit leichten Druck etwas ausdünnen. Die Blütenblätter werden dadurch durchscheinender und größer. Nicht zu fest ausdünnen sonst ist Schritt 4.) nicht mehr möglich!



4.) Mit dem Schaschlikspieß die Blütenblätter durch "rausstreichen" strukturieren (Stab mit der spitzen Seite innen ansetzen und mit leichtem Druck nach aussen weg ziehen). Für alle Blütenblätter wiederholen.



5.) Jetzt NUR (!) die Aussenkanten richtig durchscheinend ausdünnen. Der Rand des Blütenblattes sollte sich nun kräuseln.



6.) In eine geeignete Form zum Trocknen legen. Man kann die Blütenblätter nun auch teilweise mit gezwirbelten Stückchen von Papiertaschentüchern unterfüttern. Dann trocknet alles noch luftiger und die Blätter liegen nicht so platt aufeinander.



 Trockenformen selber bauen
Da ich (noch) kein Noppenschaumstoff als Trocknungsunterlage besitze, mache ich mir die passenden Formen gerne mit Alufolie selber. Hierfür habe ich eine ausrangierte Form für Kinderschminke als "Negativ" benutzt und die Alufolie in die Vertiefungen gedrückt. Im Haushalt finden sich eigentlich für fast alle Belange passende Formen zum abdrücken...
Und Voilà: eine wunderbare Trockenform! Schnell, preiswert und beliebig erweiterbar!



7.) Weitere Blütenblätter auf die selbe Weise anfertigen und das ganze gut (am besten über Nacht) austrocknen lassen.

Ich habe noch ein paar Knospen gemacht. Dafür habe ich Blütenpastenreste zu einem Tropfen mit abgerundeter Spitze geformt, den ich zu drei Teilen eingeritzt habe.


8.) Wenn die (Aussen-)Blüten trocken sind, wird eine weiter Lage Blütenblätter gesetzt, damit es insgesamt etwas fülliger aussieht. Dazu den nächst kleineren Ausstecher der gleichen Form nehmen und die Schritte 1.) bis 7.) wiederholen. Die noch weiche Innenreihe mit etwas Zuckerkleber in der Mitte der trockenen Blüte ankleben. Mit dem Balltool etwas festdrücken.


9.) Jetzt können schon die Zuckerperlen aufgeklebt werden. Dafür ebenfalls ein wenig Zuckerkleber in der Blütenmitte aufbringen und drei Perlchen reinfallen lassen. Mit dem Schaschlikspieß vorsichtig in Position schieben und mit der Stumpfen Seite des Spießes leicht andrücken. Dadurch, dass die Blütenpaste ja noch weich ist, bleibt sie dann in dieser Vertiefung gut liegen.


Wieder gut (am Besten über Nacht) austrocknen lassen. 

Knospengrün anbringen:
Für die Knospen habe ich den kleinsten Ausstecher genommen und grüne Blütenpaste ausgestochen. Dann habe ich von den 5 Blättern zwei abgeschnitten und das ganze wie ein dreiblättriges Kleeblatt gebogen. Diese auch mit der Kreisbewegung ausgebeult und alles dünn mit Kleber bestrichen. Dann die getrocknete Knopse mittig plaziert und die drei Beulenblätter einfach hochgeklappt. Ich hoffe, es verständlich beschrieben zu haben- leider hab ich vergessen, es zu fotografieren.

Wenn man mag, kann man nun auch noch einige grüne Blätter ausstechen und ebenfalls austrocknen lassen.


11.) Nun können die Blumen noch nach belieben abgepudert werden. Dadurch erhalten sie etwas mehr Tiefe.



Ich habe für die Blüten "Fuchsia" genommen und für die Blätter eine Mischung aus gelb, grün und einem blaugrün.

Für die Blüten wenig (lieber etwas weniger und Vorgang dafür 2x wiederholen!) Puder auf den Pinsel aufnehmen und ganz vorsichtig über den (leicht zerbrechlichen) Blattrand von aussen nach innen über die Kante streichen. Etwaige Puderspuren einfach wegpusten (aber nicht in Richtung Arbeitsunterlage!!!) 
Das ganze sieht dann ungefähr so aus:


Die Blätter nach belieben mit 2-3 grün-gelb-Tönen kreuz und quer abpudern.



Für die Knospen habe ich nur grün genommen und bin einmal leicht über den Grünrand gefahren (siehe Titelbild ganz oben).

Und dann sind die Blüten schon fertig!

 


Sonntag, 18. Mai 2014

Näherei: Buchstaben für Wimpelkette oder U-Hefthüllen

Jaja...manchmal nähe ich auch. Jedefalls tue ich so. Genaueres dazu und was ich bisher so alles gemacht habe, kann man ja auf meiner HOMEPAGE nachlesen.

Wirklich gut kann ich das nicht, deshalb mache ich -wenn überhaupt- nur ganz einfache Sachen. Aber nun war es mal wieder so weit. Ich brauchte kurzfristig ein schönes Geschenk zur Geburt und da ich kürzlich mal wieder gefragt wurde, wie ich die Buchstaben auf meine Wimpelketten bekomme, hab ich mir gedacht, Hüllen für die U-Hefte mit den jeweiligen Anfangsbuchstaben wären doch eine brauchbare Idee.

Also hab ich gestern mal meinen Stoffschrank durchforstet und mir drei schöne Mädchenstoffe rausgesucht. Es müssen nämlich drei Hüllen werden- für die Drillinge Louisa, Anna und Marie!

Ich als Zwilling weiß, dass man gerne auch manchmal individuell sein möchte und deshalb sind die Stoffe zwar thematisch auf einer Linie, aber die Farben sollten auf jeden Fall unterschiedlich sein!

Wie ich die Hüllen genäht habe, werde ich nun nicht ausführlich und bebildert erklären. Da es ja eigentlich auch eine ganz einfache Form ist, denke ich, dass bekommt jeder selbst irgentwie hingefummelt-nichts anderes habe ich auch gemacht! ;-) 


Um den Stoff etwas zu verstärken habe ich vorher auf die Unterseite Vlieseline (H630, denn das hatte ich noch da) aufgebügelt. Wichtig war mir auch, dass die Maße nicht allzu knapp bemessen sind, damit man später das Heft einfach und locker in die Hülle einlegen kann und sich ggfs. noch das Impfheft oder andere Zettelwirtschaft des Kinderarztes dazuschieben lässt.  So sieht sie von innen aus:


Ausführlich will ich jetzt noch die Sache mit den Buchstaben erklären-denn das war ja die Frage der letzten Woche.

Dazu habe ich Stoff ausgesucht, der einen guten Kontrast zum Muster der Hülle gibt. Ich favorisiere einfarbigen, ein passendes Muster geht aber natürlich auch.
Diesen Stoff habe ich auf der Unterseite mit Vliesofix (0,5mm) bebügelt.
Ich mache da immer gleich ein ganzes Stück fertig (ca. DIN A4-Größe), dann hat man immer Fertiges zur Hand.

Dann habe ich die Buchstabenschablonen bebastelt (mittlerweile habe ich ein ganzes Alphabet davon in der Schublade liegen). Hierzu habe ich mir Buchstaben im Word ausgedruckt (Times New Roman, Schriftgröße 230), auf einen festen Karton geklebt und diese !Achtung: spiegelverkehrt (!!) auf die Papierseite des mit Vliesofix präparierten Stoff nachgezeichnet:



Dann alles mit der Stoffschere, Skalpell oder einer scharfen Nagelschere präzise ausschneiden und erstmal schauen, wo das Ding nett aussieht:



Das Transferpapier abziehen und einfach (mit der Kleberseite unten natürlich) gründlich aufbügeln! 




Gut auskühlen lassen. Und das isses dann schon!



Das Prinzip lässt sich auch gut auf Hüllen für den Mutterpass anwenden und die Buchstaben sind auch bestens erprobt für Wimpelketten!








Mittwoch, 14. Mai 2014

Swiss Meringue Buttercream

Bei jeder Torte stellt sich die Frage: was für eine Füllung mache ich rein? Sie soll ja viele Eigenschaften haben: möglichst gut zu verarbeiten und am besten standfest sein, gut aussehen und natürlich auch lecker schmecken!

In den einschlägigen Büchern sehen die Torten und Cupcakes immer top-gestylt aus. Klar- ist ja auch meist Buttercreme (zumindest in der englischsprachigen Lektüre). Die ist einfach herzustellen, sieht gut aus und lässt sich natürlich super verarbeiten. Man kann wirklich die tollsten Sachen damit machen... Ausserdem hat sie die nicht ganz unwesentliche Eigenschaft fondanttauglich zu sein, aber auch ohne Hülle gut auszusehen. Zum Abdichten also ebenfalls bestens geeignet.

Leider hat sie aber auch einen aus meiner Sicht ziemlichen Makel: sie schmeckt meist einfach nur nach Fett. Ich hab da immer das Gefühl, auf einem Stück Butter rumzubeissen. Sie erinnert mich immer an Frankfurter Kranz -den ich im übrigen auch nicht so dolle finde- aus so ganz alten, piefigen Konditoreien. Kurzum: meins ist es nicht! Und dem Geschmack der meisten Leuten, die ich kenne, entspricht sie auch nicht.

Nur leider: so ganz ohne Buttercreme komme ich auch nicht aus. Denn ganz ohne würde sich uns eine wunderbare Welt der Sahne- und Cremefüllungen für Fondanttorten verschließen und das wollen wir ja auch nicht. 
Zudem gibt es tatsächlich Leute, die keine Schokolade -und damit keine Ganache- mögen!!! Wirklich!! Die gibt es!!! Unvorstellbar....Aber mit irgendwas müssen Torten halt vor dem Eindecken mit Fondant eingestrichen werden.

Deshalb suchte ich ziemlich neugierig danach, ob es nicht ein Rezept für eine Buttercreme gibt, die dem hiesigen Gaumen gefällt und trotzdem die üblichen Eigenschaften beinhaltet und bin fündig geworden.

Hier das Rezept:

Swiss Meringue Buttercream

5 Eiweiß
200g Zucker
1Prise Salz
250g sehr weiche Butter
Vanillemark einer Schote oder gemahlene Vanille

wer mag: Sirup in Geschmacksrichtung seiner Wahl 

Eiweiß, Salz und Zucker in ein Wasserbad geben und unter rühren den Zucker schmelzen. Dazu kann man zwischendurch immer mal die Zucker-Eiweiß-Masse zwischen Daumen und Zeigefinger reiben. Wenn man dabei keine Zuckerkristalle mehr fühlt, ist es gut. Das geht schneller, als man annehmen möchte. Vorsicht mit der Hitze! Immer schön rühren und am besten das Wasser nicht kochen lassen, damit das Eiweiß nicht stockt!!

Die Masse in die Küchemaschine geben und so lange schaumig schlagen, bis es schneeweiß und ganz steif geworden ist. Bei rausziehen des Rührstabes sollte sich eine Spitze ziehen lassen, die nahezu stehen bleibt. Das kann eine Weile dauern- mindestens 5-10 Minuten!


Dann die weiche Butter stückchenweise und die Vanille (und ggfs. den Sirup)  unter rühren hinzugeben. (Die Intensität des Sirups in der Masse abschmecken!) Wenn alles drin ist, so lange weiterrühren, bis sich alles gut verbunden hat und eine schöne, fluffige, homogene Masse entstanden ist. Es sieht anfangs sehr flockig aus, aber durch beharrliches rühren wird es bald sehr geschmeidig werden!


Nun kann sie verarbeitet werden! Die Creme ist jetzt noch zimmerwarm eher weich. Gut gekühlt -am besten über Nacht- wird die aber Butter-fest! 

Wenn man sie erst später verwenden möchte, sollte sie im Kühlschrank aufbewahrt werden und vor der Verarbeitung wieder auf zimmertemperatur gebracht werden. Wenn sie wieder flockt einfach nochmal mit dem Rührgerät geschmeidig schlagen!




Samstag, 10. Mai 2014

GeburtstagsMuttertag!!

Morgen ist Muttertag! Und meine Schwiegermutter hat auch noch Geburtstag! Wieder eine super Gelegenheit, ein Törtchen zu basteln!

Es gibt eine Torte mit 20cm Durchmesser und ca. 10cm Höhe. Die Rosen und Hortensienblüten sind aus Blütenpaste und dafür sind meine letzten 4 Abende draufgegangen. Aber es hat sich gelohnt. 
Der Rollfondant wurde natürlich selbst gemacht und mit meinen neuen Gelfarben von American Colours, Farbe "Türkis" eingefärbt. Ich finde der Kontrast zum rosa sieht großartig aus, oder?




Als Füllung gibt es eine Himbeer-Mascarpone-Creme, die mit Swiss-Meringue-Buttercream zum Fondant abgedichtet wurde.

Mit dem Rezept der Creme habe ich zum ersten Mal experimentiert. Es ist angelehnt an die Brombeercreme aus dem Buch "300 Gramm Glück" von Renate Gruber. Das schöne daran: es ist einfach, schnell gemacht und schmeckt super. Man kann es geschmacklich leicht abwandeln, je nachdem, was der Gefrierschrank, der Garten oder der Markt gerade so hergibt!

Allerdings: die Creme ist nicht fondanttauglich! Deshalb muss es gegen den Fondant "abgedichtet" werden!!

Hier das Rezept für die 

Himbeer-Mascarpone-Creme:

200g Himbeeren, oder auch andere beliebige Beeren (tk oder frisch)
200g Gelierzucker (1:1)

500g Mascarpone
250g Magerquark
Mark einer Vanilleschote oder gemahlene Vanilleschote

Himbeeren mit Gelierzucker ca. 10 Minuten unter rühren köcheln lassen. Durch ein Sieb streichen, dass in der Masse keine Kerne mehr sind. Wer es mag kann auch ca. 1/2-1 TL Kerne drin behalten, dann sieht es etwas natürlicher aus und man kann auch  hinterher erkennen, das Himbbeeren verwendet wurden. 
Dann komplett erkalten. Die Masse ist hinterher schön fest geliert!

Mascarpone+Quark+Himbeergelee gut verrühren (Handmixer oder Küchenmaschine!), bis sich der Gelee gut mit dem Quark und der Mascarpone verbunden hat. Nach belieben mit Zitrone und/oder Puderzucker abschmecken. Die Masse hat nun eine schöne, cremig-leicht fluffige Konsistenz und lässt sich nun sehr gut verarbeiten. Im Kühlschrank wird sie über Nacht dann fester!



Das Rezept für den Eierlikörkuchen, den ich für die Böden verwendet habe, ist für meine 20cm Backform zu viel. Deshalb mache ich immer noch einen zusätzlichen 10cm-Kuchen, damit ich nichts umrechnen muss.
 
Das war eine gute Gelegenheit endlich mal meiner lieben Oma eine Freude zu machen -quasi als (Ur-)Großmuttertagstorte- und auch ihr ein kleines romantisches Törtchen zu kreieren.
Sie war erst sprachlos und hat sich dann riesig gefreut! Ich war ganz gerührt...!

 Hier ist sie (also die Mini-Torte):



Das Cakeboard habe ich mit Fondant ausgelegt und -wie auch bei der türkisenen Torte- mit den JEM-Patchworkcuttern "gestempelt". Die habe ich schon eine Weile hier rumliegen, aber bis jetzt noch nie so richtig ausprobiert. Ich liebe diese floralen Muster und ich finde schon, dass die Struktur im Cakeboard so richtig was her macht!


 Ich bin ja schon ein bisschen stolz..... :-)