Mittwoch, 25. Juni 2014

MusterHochzeitstorte

Der Juli naht mit großen Schritten! Und der Juli wird mein großer Tortenmonat! 

Unzählige Geburtstage und eine Hochzeit stehen auf dem Programm. Ich könnte backen, bis der Arzt kommt.
Würde ich auch gern, geht aber leider nicht: der Kindergarten ist ganze 3 Wochen geschlossen und so muss ich meine Tortenprojekte irgendwie zwischen Kinderbespassung und der abendlichen Ruhe (wenn die Kids im Bett sind) unterbringen. Klingt schwer? Naja, es geht so...Zeitanagement ist  gefragt! ;-)

Dennoch kann man nicht alles machen, ohne sich zu vierteilen und deshalb muss ich mich auf einzelne, besondere Projekte beschränken, die schon lange versprochen waren und/oder einfach Vorrang haben. Die übrigen kommen dann auf die Warteliste.

Mein Haupt-Event und somit mein größtes Projekt im Juli wird endlich meine erste richtige Hochzeitstorte werden. Hier hatte ich ja schon mal eine Dummie-Torte im Düsseldorf-Style gemacht, aber diesmal wirds eine Richtige. Mit allem Zipp und Zapp: 3stöckig, verschiedene Füllungen, Torten Stapeln, Fondant+Marzipandecken, elegante Deko und (der etwas nervige, weil Zitterpartie) Transport!

Letzte Woche habe ich mich mit der Braut besprochen und wir haben zusammen überlegt, was es werden sollte, bzw. was sich das Brautpaar a) wünscht und b) was zu ihnen passt.

Heraus kam ein modernes Design im "Schwarz-Weiß-Look", angelehnt an das Kleid der Braut! Die Füllungen werden noch nicht verraten- ein wenig Spannung bis zur echten Torte muss ja auch noch übrig bleiben.

Nachdem ich nun weiß, was geplant ist, habe ich mich an die Arbeit gemacht, eine Probetorte zu erstellen. Damit wollte ich sehen, wie sich das geplante Design umsetzen lässt. Ich war richtig in Fahrt und so ging alles gut von der Hand.

Da ich noch nicht alle endgültigen Materialien besorgt habe, habe ich ein bisschen rumprobiert mit verschiedenen Bändern und Blumen, die ich noch da hatte. Und so kam eine Torte im Schwarz-Weiß-Look mit rosa Akzenten heraus. 

Mir gefällt das so gut, dass ich es euch nicht vorenthalten möchte:


Die Blume war eigentlich mal ein "Unfall"-ich wollte lediglich meine Mohnblumenausstecher ausprobieren. Und das Magic Decor für die Spitze habe ich auch schon ewig rumliegen, aber bisher nie ausprobiert. Sie wird auch geplanter Bestandteil der Hochzeitstorte sein.
Die Polka Dots sind meine neuer Favorit, weil ich ja erst vor kurzem meine Vorliebe für die Verarbeitung von Royal Icing entdeckt habe. 
Die Perlenschnüre sind aus meiner Sicht ein Muss auf einer Hochzeitstorte.

Wie findet ihr es- mein neues Schmuckstück?

Die endgültige Torte wird natürlich noch ein wenig anders aussehen. Aber ich muss ja auch erstmal die notwendigen Accessoires besorgen/fertigen. Das Endergebnis gibts dann im Juli zu sehen.

Sonntag, 22. Juni 2014

Klassiker der Kaffetafel: Waffeln!

Gestern hatte ich ganz plötzlich unheimliche Lust auf Waffeln. Eigentlich kommen die ja überwiegend in der Winterzeit auf den Tisch, aber ich finde, im Sommer kann man auch mal Waffeln machen.

Wir können ja einfach den Zimt weglassen und das Ganze mit ner Kugel Vanilleeis und/oder den wunderbaren Kirschen aus Omas Garten servieren. Wär ja auch mal was anderes!

Seit Jahren backe ich meine Waffeln immer nach dem gleichen Rezept. Das ist bewährt, schmeckt einfach immer gut, die Waffeln sind schön fluffig und schmecken auch noch am nächsten Tag nicht pappig. 
Und das Beste: es sind Waffeln für Faule: da der Teig Quark enthält, braucht man das Waffeleisen nicht einzufetten! Perfekt!

Aber nun zum einfachen Rezept:


250g Margarine
250g Quark (40% i. Tr.)
250g Mehl
200g Zucker
8 Eier
1 Prise Salz

Margarine, Eier, Salz und Zucker zusammen gut verrühren. Ich habs in der Küchenmaschine gemacht und es wirklich lange schlagen lassen. Dann den Quark zugeben und zum Schluss das Mehl. Alles nochmal kunstvoll aufschlagen und mit einem Tusch im vorgeheizten Waffeleisen ausbacken. Fertig! Dazu gabs Vanillesahne und Kirschen. Mmmhmjamjam!

Samstag, 14. Juni 2014

Die Tiere sind los!

Achtung! Freilaufende Tiere! 

Heute war im Kindergarten Sommerfest. Das freut das Mutterherz, gibts doch auf solchen Veranstaltungen immer auch ein Kuchenbuffet! Also-nix wie eintragen auf die Liste "Wer bringt was mit?"
Ich vermerke mich da immer gerne mit Muffins oder Cupcakes. Die mag eigentlich jeder, sind schnell gemacht und man spart sich das nervige Kuchen schneiden.  Einfach nen Cupcake auf die Hand und gut ist....

Das Thema des Tages war "Ein Fest der Tiere", also war klar, dass es Tiercupcakes geben würde. Auf Pinterest habe ich schon oft welche gesehen die mir gefallen hatten und deshalb suchte ich mir dort meine Inspiration!

Für den Mini-Zoo brauchts erstmal ein paar stinknormale Muffins. Klassische Sorten sind unverfänglich und gerade für Kinder immer am besten geeignet. Also, nix wie ran an den Ofen:

Es gab Schokomuffins und Vanille mit Schokostückchen, 12 Stück je Sorte:
Damit man sie schön mit Fondant eindecken kann, müssen sie etwas begradigt werden. Dabei werden unschöne Ecken und "Nasen" mit einem Messer abgeschnitzt.

Das habe ich erstmal für alle mit hellem Teig gemacht. Die Schokomuffins durften ihr Türmchen behalten, das sollten ja später die etwas bauchigeren Tiere werden!

Zu guter Letzt hab ich noch eine kleine "Original-" Buttercreme angerührt. Dazu 250g weiche Butter mit 250g Puderzucker, eine Prise Salz und etwas gemahlene Vanille gut verrühren. Somit ist die Vorbereitung eigentlich schon erledigt.

Mit der Buttercreme wird nun die Muffinoberfläche begradigt. Dafür die Buttercreme nicht allzu dick auftragen. Sie dient eigentlich nur dazu, letzte kleine Löcher zu schließen und einen Haftuntergrund für den Fondantüberzug bilden. Deshalb habe ich auch die "fette" Buttercreme gemacht: geht schnell und haut nicht so rein, weil man eh nur sehr wenig davon verwendet.



Mit einem Kreisausstecher, den man knapp über den Cupcake stülpen kann (größer brauchte er nicht zu sein, da diese Muffins ja recht flach waren) wurden dann Kreise aus den ausgerollten farbigen Fondant ausgestochen und mittig auf dem Buttercrememuffin gelegt.


Anschließend zunächst einmal mit der "hohlen Hand" den Fondant einmal leicht andrücken. Danach die Ränder mit Jeföll  -also mit Gefühl ;-) - bis zum Papierrand schieben. So weit, bis man vom Teig nix mehr sieht!


 So sollte das Ganze dann ungefähr aussehen:



Das Ganze wurde dann bei den restlichen 23 Muffins in verschiedenen Farben wiederholt, wobei für die (höheren) Schokomuffins ein Kreisaustecher genommen wurde, der 2 Nummern größer war.


Dann waren die Dinger fertig und es ging ans Dekorieren! Und? Schon ne Idee, was wir für Tiere machen? Nö? 

Schafe: 

Mit den weiß eingedeckten, knubbeligen Muffins gings los:
aus Marzipan wurden kleine Schafköpfe geformt. Dazu eine etwa walnussgroße Menge Maripan mit ein wenig Puderzucker verkneten und eine kleine Birne formen. Diese oben ein klitzkleines bisschen anflachen:


Für die Ohren ein ca. erbsengroßen Stück Marzipan teilen und zu kleinenTropfen formen. In diese jeweils einmal mit der Spitze des Veining-Tools eindrücken.


Die Ohren an den Marzipankopf drücken und auf diesen dann mit Royal Icing und einer 1er Schreibtülle zwei kleine Augen aufspritzen. Um die kleinen Spritzspitzen zu glätten wird einfach ein weicher Pinsel in Wasser getaucht und vorsichtig auf die Spitzen getupft. Etwas antrocknen lassen!



Dann etwas (man braucht wirklich nur ganz wenig) des royal Icings auf einen Teller spritzen und dieses mit einem Zahnstocher oder Schaschlikspieß mit schwarzer Pastenfarbe verrühren. Die Spießspitze in diese schwarze Pampe tippen und damit kurz auf die weissen Augäpfel piksen. Und schon hat man "richtige" Augen!

Fertig sind die Schaf-Köpfe und können mit etwas Royal Icing vorne auf die Fondantkugel aufgeklebt werden.

Für den Körper werden normale Marshmallows geviertelt und mit Lebensmittelkleber zunächst um den Kopf herum, dann auf den Rest des Muffins geklebt. Fertig ist das Schaf! Mäh!

Fische:

Für die Fische werden gewellte Fondantstreifen ausgestochen und mit Lebensmittelkleber aufgeklebt. Zwischen die ersten beiden Streifen Lebensmittelkleber streichen und mit farbigen Zucker bestreuen. 

Mit Royal Icing werden die Augen genauso wie bei den Schafen direkt auf den Fondantmuffin aufgetragen. 

Eine kleine Marzipankugel -mit einem Balltool eingestochen- dient als Mund und wird auch mit Royal Icing aufgeklebt. 

Rechts, links und hinten kommt ein kleines Fondantdreieck als Flossen dran und fertig ist der Fisch. Blubb.

Schweine:

Die kleinen Schweinchen gehen am schnellsten. Für die Nase einfach aus dem gleichen rosa Fondant einen kleinen Kreis ausstechen, etwas in eine ovale Form ziehen und mit dem kleinen Balltool zwei Furchen reinziehen. Mit Zuckerkleber aufkleben. 

Über der Schnauze mit dem schwarzen Royal Icing zwei kleine Punkte tippen. Zwei kleine Dreiecke mit dem Veining-Tool eindrücken und über den Augen platzieren. 

Ein kleines Ringelschwänzchen formen und hinten ankleben, fertig! Ooooink!


Raupen:

Für die Raupen zunächst 2 mittlere und 1 kleines Blatt in einem helleren Grünton ausstechen und auf dem dunkelgrünen Muffin aufkleben. 

Für die Raupen etwas hellblauen und gelben  kurz verkneten/mischen und kleine Schlangen formen. Diesem mit dem Veining-Tool Ringel verpassen. Mit dem schwarzen Royal Icing 2 kleine Punkte auftippen. Wie eine kleine Schlinge formen und auf die Blätter aufkleben. 

3-4 kleine Blümchen ausstechen und drumherum aufkleben. Fertig ist die Raupe:


Und das waren sie, meine Tiercupcakes! Die Kids hatten keine Hemmungen, herzhaft rein zu beissen! Grandios!


Donnerstag, 12. Juni 2014

Buch des Monats: Peggy Porschen "Cake Chic"

Ich sammel unheimlich gerne Gutscheine eines bekannten großen Onlineshops, von denen ich mir von Zeit zu Zeit ein hübsches Buch für mein Bücherregal gönne.
Da es nun wieder einmal an der Zeit war, einige Gutscheine einzulösen habe ich mir mein drittes Buch von Peggy Porschen "Peggy´s Favourite Cakes & Cookies" zugelegt.

Damit wird es auch wieder allerhöchste Zeit, mein virtuelles Bücherregal aufzustocken und die Rubrik "Buch des Monats" einzuführen. 

Diesmal möchte ich mich einmal zu den in der Tortenwelt allseits bekannten Büchern von Peggy Porschen auslassen. Im Einzelnen zu den folgenden mir vorliegenden drei Büchern in drei aufeinanderfolgenden Artikeln:



"Cake Chic"
englisch, erschienen Juli 2009, Quadrille Publishing
(Teil 1)

"Boutique Baking" 
deutsch, erschienen Februar 2013, Fackelträger-Verlag
(Teil 2)

"Peggy´s Favourite Cakes & Cookies" 
englisch, erschienen Juni 2011, Quadrille Publishing
(Teil 3)



Vorab möchte ich aber kurz meinen generellen Standpunkt zu diesen Büchern näher bringen:

Ich liebe meine Bücher der englischen Tortenqueen mit deutschen Wurzeln und würde keines wieder hergeben wollen. Alle sind wunderschön und immer mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Die Fotografin Georgia Glynn Smith, die die wunderbaren Fotos macht und Peggy Porschen scheinen ein gutes Team zu sein.
Allerdings: was das Nachbacken angeht, tja- da hab ich so meine Hemmungen. Zwar sieht alles super aus und lässt sich auch ganz gut umsetzen, aber geschmacklich trifft es nicht so ganz meinen Nerv. Mir sind insbesondere die Füllungen und Cupcaketoppings meist einfach zu süß und letzlich auch zu schwer. Da greife ich lieber auf andere Rezepte zurück, die ich mir bisher so zusammen gesammelt habe und die sich vor allem geschmacklich sehr bewährt haben.

Ich bin deshalb dazu über gegangen, die Bücher mehr als Nachschlagewerke für Dekorationsideen und die Anleitungen zur Gestaltung von Zuckerblumen als Praxistipps anstelle von reinen Backbüchern zu verwenden.
Zudem finde es es einfach toll in so besonders liebevoll gestaltenen Büchern wie denen von Peggy Porschen zu schmökern, in Träumen an wunderbare Torten zu schwelgen und Pläne für nächste Projekte zu schmieden.

"Cake Chic"
englisch, erschienen Juli 2009, Quadrille Publishing


Cake Chic hat mich allein vom Titelbild derart verzückt, dass ich es mir ziemlich schnell zugelegt habe. Insbesondere die Tatsache, dass diesmal keine Torte vorne abgebildet war, sondern diese zauberhaften Petit Fours mit diesen simplen aber trotzdem wirkungsvollen Zuckerrblümchen drauf war ein Haupt-Kaufgrund.
Die Fotos von Gerogia Glynn Smith machen einfach Lust auf mehr!

Das Buch selbst ist wie üblich mit Rezepten und Anleitungen für Cookies und Torten gefüllt. Gut gefallen hat mir schon das übersichtliche, prägnante Inhaltesverzeichnis, dass da lautet:

Cookies
Mini Cakes
Large Cakes
Basics

Bums. Fertig. Toll! Mehr brauche ich nicht. 

Das Cookie-Kapitel sind flott durchgelesen. Es werden 7 verschiedene Kekse, bzw. deren Dekoration vorgestellt. Etwas schade finde ich es ja immer, dass man zum Nachmachen meist diese bestimmten Keksausstecher benötigt. Aber als Anregung und zur Vermittlung der Technik helfen sehr gute Schritt-für-Schritt-Bilder weiter.

Beim nächsten Kapitel "Mini Cakes" wurde das Blättern schon langsamer. Die 10 vorgestellten Mini Cakes gefallen mir alle sehr gut. Besonders die Cameo Cakes und die Ice Crystal Cakes sind einfach ein Hingucker. Die Idee mit den Mini Orangery Cakes werde ich sicher irgentwann mal ausprobieren. Zudem sind meine favorisierten Petit Fours des Titels beschrieben. Einige, wenn auch wenige Ideen für Cupcakes sind ebenfalls dabei. 
Zwischendurch gibts wieder Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Dekorationselemente, die aus meiner Sicht völlig ausreichend und gut bebildert sind.

Das Kapitel über die "Large Cakes" ist wenig spektakulär. Es werden 9 Torten vorgestellt. Zwar werden auch hier wieder die einzelnen Deko-Techniken bebildert, aber insgesamt gefallen mir die Torten optisch nicht so gut. Als einziges "Muss-Ausprobieren" sind die Anemonen hängen geblieben, die wieder so simpel aber gleichzeitig sehr effektvoll sind.

Im Basics-Teils steckt -für jemanden, der bereits eines von Peggy Porschens Büchern hat- nichts neues. Es werden die üblichen Basisrezepte vorgestellt und die Techniken zum Stapeln und Eindecken von Torten kurz und einfach beschrieben. Es sind einige gute Ideen zum Abwandeln der Füllungen aufgeführt und gute Tipps für die Verarbeitung von Royal Icing. Generell finde ich es aber immer gut, dass dieser Teil in jedem Buch enthalten ist. 
Schön sind auch die "Templates", also die Vorlagen im Anhang. Diese lassen sich leicht über ein Transparentpapier auf richtige Torten übertragen-was ich auch unbedingt mal ausprobieren möchte. ;-)

Mein Fazit:

Ein wunderschön anzusehenes Buch, dass meine Erwartungen eines Peggy Porschen Buches voll erfüllt hat. Es sind viele gute und kreative Ideen zu Kuchen und Keksen in verschiedenen Formen und Größen zusammen gefasst. Einige Anleitungen zur Herstellung von zumeist einfachen Zuckerblumen sind ebenfalls enthalten und alleine die wunderschönen Fotos sind für mich schon Grund genug gewesen, dieses Buch zu kaufen. 
Die englischen Anleitungen sind gut zu verstehen und durch die Bilder gut nach zu machen. Für absolute Anfänger ist es zwar interessant, aber etwas weniger geeignet, da vermutlich zu wenig Zwischenschritte erklärt werden. Für -ich nenne sie mal "Fortgeschittene Anfänger"- wie mich, also jemand, der schon erste Torten Erfahrungen gemacht und einiges ausprobiert hat, stellt das Buch eine schöne Inspirationsquelle dar.

Edit: Im Februar 2015 wird die deutsche Ausgabe dieses Buches unter dem Titel "Cake chic - Torten und Kekse für festliche Anlässe" erscheinen!

In Teil 2 wird es um "Boutique Baking" gehen.

Sonntag, 8. Juni 2014

Urlaubstorte oder: wie weit kann ich Torten im voraus machen?

Zurück aus dem Urlaub muss ich doch mal schnell von meiner Urlaubstorte berichten. Die habe ich für das Kuchenbuffet einer Hochzeit gemacht, zu der wir während des Urlaubs eingeladen waren.

Da ich nicht meinen ganzen Deko-Utensilienkoffer mitnehmen konnte, habe ich versucht, schon so viel wie möglich im Vorfeld zu erledigen, so dass ich in Bayern "nur" noch die Torte zusammensetzen musste. 

Zusätzlich konnte ich nun endlich mal ausprobieren, wie lange man eine Torte im voraus "vorbereiten" kann. Ich habe schon des Öfteren vor diesser Frage gestanden und bin auch schon in verschiedenen Foren auf dieser Fragestellung gestossen.
Leider gabs irgentwie nie eine "erfahrene" Antwort- nur immer diese "es müsste so und so gehen..." oder "nein, soweit im voraus geht das auf keinen Fall!!". Ich habe vieles davon einfach nicht geglaubt und wollte es irgentwann mal selbst ausprobieren.

Meine Aufgabe war also folgende: Dienstag gehts gen Bayern (ca. 700km von zu Hause entfernt), Samstag war die Hochzeit, eine hübsche Torte sollte her und im Auto kaum noch Platz für Utensilien.

Ich habs dann wie Barney Stinson genommen: "Herausforderung angenommen!"

Ein paar Tage vor Abreise 

...habe ich bereits die Zuckeblumen hergestellt. Diese hier sollten es sein. Wobei Zuckerblumen ja generell unkritisch sind, solange sie gut ausgehärtet und bruchsicher verpackt sind. 
Man kann sie locker schon Wochen im voraus machen und sich einen Stressfaktor sparen. 

Transportbox für Zuckerbumen: 
Ich habe einen passenden Karton mit einer Schaumstofflage ausgelegt und die Blumen einzeln mit "Trocknungsringen" aus Papiertaschentüchern reingelegt. Dann noch eine Schaumstofflage drüber und Deckel drauf. So konnten die Blumen nicht mehr hin und her rutschen, schlugen nicht aneinander und alles kam heile an.

Als Kuchen gabs einen Eierlikörkuchen, weil ich von dem wusste, dass er recht lange frisch bleibt. Überhaupt liegt das "im voraus machen" sicher auch am guten Kuchen! Den hab ich am... 

Montag 

...gebacken, auskühlen lassen und gut mit Frischhaltefolie umwickelt. Dann habe ich den Kuchen wieder in die Backform gesteckt- somit sollte gesichert sein, dass er beim Transport keine Macken bekommt.

Ausserdem im Gepäck:
  • den bereits fertigen Rollfondant
  • Schleifenbänder für Torte und Cakedrum
  • Cakeboard+Cakedrum in der passenden Größe
  • meine "Reisedrehplatte" mit Arbeitstortenplatte (ein kleiner Drehteller, auf den ich meine Arbeitstortenplatte aufstelle: geht genauso gut wie die große, nimmt aber nicht so viel Platz weg)
  • meine Ausrollstäbe (gross+klein)
  • Japanspachtel und Kuchenkarten
  • ein bissl Werkzeug (Ball-Tool, Nadel-Tool)
  • Kneifer
  • Palmin soft
  • Lebensmittelkleber
  • ein paar JEM Patchworkcutter und -stempel:
und zu Guter Letzt:
  • eine Transportbox! Diese IKEA-Spielzeug-Box hat mir schon gute Dienste erwiesen. Wenn unten die Tortenplatte (hat einen kleinen Fuss) drin steht (ich stelle sie immer auf ein leicht angefeutetes Schwammtuch, damit sie auch wirklich nicht verrutschen kann), passt genau ein Cakedrum mit einem Durchmesser von 30,5cm. Das sitzt wirklich bombenfest!
 Mittwoch

Eine aufwändige Füllung fiel schon allein deshalb aus, weil ich nicht wusste, was mich in der Ferienwohnung küchenmässig erwartete. Also war auch schnell klar, dass es eine einfache Vollmilchganache geben sollte. Zum Einstreichen habe ich mich für eine Zartbitterganache entschieden.

Die Zutaten für Ganache kriegt man eigentlich überall:

Ganache zum Füllen:
 
Zartbitter: 200ml Sahne + 200g Zartbitterküvertüre
oder
Vollmilch: 200ml Sahne + 300g Vollmilchkuvertüre
oder
Weiß: 200ml Sahne + 400g  weiße Kuvertüre

Sahne aufkochen, bis sie anfängt zu "wimmern". Topf von der Platte nehmen und die gehackte Kuvertüre reinschütten. Langesam und gefühlvoll umrühren, bis die Kuvertüre geschmolzen ist und sich eine homogene Masse gebildet hat. Den Topf über Nacht an eine kühlen Ort (z.B. Keller) stellen. Nicht abdecken!
Vor dem Füllen kann man die Ganache mit einem Handmixer kurz aufschlagen. Dann wird sie noch etwas fluffiger und lässt sich besser aufstreichen. Nicht zu lange schlagen, sonst flockt sie aus und dann ist sie hin. :-(

Ganache zum Einstreichen:
 
Zartbitter: 200ml Sahne + 400g Zartbitterküvertüre
oder
Vollmilch: 200ml Sahne + 500g Vollmilchkuvertüre
oder
Weiß: 200ml Sahne + 600g  weiße Kuvertüre


Sahne aufkochen, bis sie anfängt zu "wimmern". Topf von der Platte nehmen und die gehackte Kuvertüre reinschütten. Langesam und gefühlvoll umrühren, bis die Kuvertüre geschmolzen ist und sich eine homogene Masse gebildet hat. Den Topf über Nacht an eine kühlen Ort (z.B. Keller) stellen. Nicht abdecken!
Vor dem Einstreichen etwas anwärmen (z.B. im Wasserbad). Dann gehts ganz einfach.

Ganache ist generell Fondanttauglich!


Am Donnerstag 

..vor der Hochzeit habe ich im Feriendomizil dann die Böden geschnitten. Der Kuchen war immer noch total fluffig und saftig. Vielleicht sogar etwas zu fluffig. Demnachst hole ich ihn schon ein paar Stunden vorher aus der Folie... Hätte sicher auch noch weitere 1-2 Tage vorher schon gebacken werden können, aber ich wollte nix riskieren. 
Die Torte wurde gefüllt, kurz gekühlt und dann mit der Zartbitterganache eingestrichen. Das ganze ab in den Kühlschrank bis 

Freitag

...wo es dann endlich ans dekorieren ging. Um eine gute Haftung für die Fondantdecke zu erzielen habe ich mir eine hochkonzentrierte Zuckerlösung gemacht. Dazu habe ich eine "frei-Hand-"Menge Zucker mit etwa der gleichen Menge Wasser aufgekocht und erkalten lassen. Das ergibt einen ganz klebrigen Zuckersirup. Damit wurde die kalte Ganachetorte flott eingepinselt und die Fondantdecke wie gewohnt aufgebracht.

Ebenso habe ich das Cakedrum vorbereitet. Um die Schleifenbänder um das Drum und um die Torte zu fixieren, sowie die Torte selbst auf dem Drum zu befestigen habe ich mir ein wenig Royal-Icing aus 1 Eiweiß und 250g Puderzucker gemacht, den ich mit einem abgeschnittenen Gefrierbeutel aufgespritz habe. Musste ja nicht besonders ordentlich aussehen...

Das Cakedrum habe ich mit meinen JEM-Stempeln bestempelt, die Torte wurde mit dem JEMCutter geprägt. Das wollte ich immer schon mal ausprobieren. Allerdings erfordert es auch etwas Übung, bis alles gleichmässig schön geprägt ist, wie ich feststellen musste.
Die Fugen des JEMCutters haben mir wg. dieser mangelnden Übung nicht so super gefallen, deshalb habe ich sie mit einfacher Stärke großzügig eingerieben. Den Effekt fand ich echt gut und es fiel nicht mehr so dolle auf, dass ich nicht gleichmässig Druck aufgebracht hatte. 


Zum Schluss gabs noch eine Kneifer-Bordüre und die Zuckerblumen (die sogar erst für Seidenblumen gehalten wurden-was mich ein wenig stolz machte!) wurden mit Lebensmittelkleber aufgeklebt.

Samstag-Tag der Feier

Und fertig war sie- die Urlaubs-Hochzeitstorte! Wer genau hinschaut, kann sogar den Chiemsee im Hintergrung erkennen ;-) 
 


Der Transport (nochmal ca. 80km) in der Box hat wie erwartet super geklappt.

Die Moral von der Geschicht´:

6 Tage vorher den Kuchen backen, 2 Tage vorher füllen, einen Tag vorher eingedecken und dekorieren, dann noch ein paar km durch die Landschaft fahren -klappt wunderbar und schmeckt immer noch! 
Man muss sich nur trauen! ;-)