Mittwoch, 2. Juli 2014

Buch des Monats: Renate Gruber "300 Gramm Glück"


Ich stöbere gerne und oft im Internet nach neuer und alter Fachliteratur und habe selbstverständlich noch eine lange Liste an Bücher, die ich gerne hätte. Jeder, der sich schonmal so ein Buch neu gekauft hat weis, dass das Ganze kein ganz preiswerter Spass ist und man sich deshalb eher dreimal überlegt, ob man nun dieses oder jenes Buch wirklich und unbedingt haben muss. Besonders schwierig ist es, wenn man nicht mal durchblättern kann.

Heute möchte ich meinen kleinen Geheimtip vorstellen: "300 Gramm Glück" der Österreicherin Renate Gruber.


Dieses Buch "pop"te immer mal wieder vor meinen Augen auf, hat es jedoch nie geschafft, mein Interesse wirklich zu wecken. Warum, tja, das weis ich eigentlich auch nicht! Jedenfalls gehörte es für mich lange Zeit auf die "Brauch-ich-nicht"-Liste.
Ich bin eher durch Zufall auf dieses Buch gestossen und das auch nur, weil es in unserer Buchhandlung zur Ansicht auslag. Und unsere Buchhandlung hat nicht wirklich viele Bücher auf diesem Gebiet in der Auslage!

Mir fiel es in die Hände und ich wendete sogleich meine 2 Minuten-Methode zum Finden von guten Büchern an: dabei wird das Buch schnell durchgeblättert -eben maximal 2 Minuten und wenn sich dabei einige interessante Seiten/Rezepte/Bilder finden, zu denen mir gleich einfällt, wann/für wen oder wie ich sie machen würde, ist das Buch so gut wie gekauft. 
Bisher bin ich mit dieser Methode eigentlich immer gut gefahren und in der Regel finden sich beim Internsivlesen zu Hause noch die einen oder oder anderen "Schätze" im Buch wieder. So wars auch bei "300 Gramm Glück".

Mitterweile gehört es zu meinen absoluten Lieblingbüchern, in die ich sehr oft reinschaue, denn es hat -im Gegensatz zu den englischen Vertretern- den riesen Vorteil, dass die darin enthaltenen Rezepte an deutsche (insbesondere meine) Geschmacksnerven angepasst sind! Und das war es auch was mich gleich angesprochen hat.

Das besondere an dem Buch ist, dass -bis auf eine Ausnahme- fast ausschließlich Mini-Torten vorgestellt werden. Und nur ein einziges Cookies-Rezept! Keine Drinks, keine großen Hochzeitstorten. Einfach nur Mini-Torten! Und ziemlich viele sind es auch noch!
Mich hat das sehr begeistert. Nicht nur, dass Mini-Torten aufgrund ihrer Größe generell alltangstauglicher sind-man kann damit auch einfach mal vieles ausprobieren, sie verschenken oder zu zweit oder dritt einfach selbst schnell weg essen-und dann ein neues Design ausprobieren!
Das finde ich ganz wunderbar!

Kurz ein paar Worte zum Inhalt:

Natürlich dürfen ein paar Seiten über die Grundtechniken, wie das Eindecken, Zusammensetzen, das richtige Einfärben von Fondant und die Herstellung von Spritzbeuteln für Royal Icing nicht fehlen. Was mich sehr gefreut hat ist aber, dass diese (wenn auch wichtige) Themen nicht übermässig ausgeführt werden. Kurz und knapp mit ein paar Bildchen und fertig. 

Man sieht, der Fokus des Buchen liegt nicht auf dem zwar wichtigen, aber manchmal auch viel zu ausführlich beschriebenen Grundlagen, sondern eindeutig in den Ideen und an der Dekoration der Törtchen.

Für jedes der sage und schreibe 33 Minitörtchen, davon 32 süße und eine herzhafte Variante, werden allesamt Anleitungen für die Herstellung der Dekoration beschrieben.
Bei manchen Torten ist die Beschreibung sehr ausführlich, bei manchen wird nur ein Bild des Endergebnisses gezeigt. Man hat jedoch nie das Gefühl, um eine Beschreibung betrogen worden zu sein. Es sind zum Teil auch sehr einfache Torten zu sehen, die optisch aber einiges hermachen. Ideen muss man eben haben!

Am Ende gibts noch ein paar Rezepte: 4 verschiedene Kuchenteige, ein Cookie-Teig, 8 verschiedene Cremes, die als Füllungen dienen und ein kurzes allgemeines Kapitel zum Thema "Dekorelemente" stellen einen Inhalt dar, der von Anfang bis Ende durchdacht und vor allem eins ist: brauchbar!

Die Cremes sind -wie schon eingangs erwähnt- auch für deutsche Geschmacksknopsen wunderbar geeignet und zudem leicht in verschiedene Geschmacksrichtungen abwandelbar. Sie sind einfach, recht gelingsicher, mit relativ wenigen Zutaten herzustellen und einfach sehr, sehr lecker!
Die Kuchenteige habe ich bisher noch nicht ausprobiert, aber das Cookierezept ist super.
Und so macht jede einzelne Seite Lust, gleich loszulegen und Mini-Törtchen herzustellen. Zum Verschenken. Zum Selberessen. Zum Üben.
Ich konnte nicht wiederstehen und habe spontan den Mini-Torten-Tag ausgerufen, was hier  und hier zu bewundern ist.

Mein Fazit:
Ein kleines, feines Buch mit mehr Inhalt, als man es von ihm zunächst zustraut. Schöne Bilder, tolle, sehr kreative Törtchen, alles simpel beschrieben und großartig im Geschmack. Ich kann dieses Buch jedem Tortenbegeisterten wirklich wärmstensans Herz legen: ein Kauf lohnt sich in meinen Augen wirklich!

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