Sonntag, 21. Juni 2015

Rosensirup

Der Garten entfaltet sich nun richtig sommerlich: alles blüht und duftet.
Wir haben so tolle Blüten und erste Früchte, die mich sehr inspirieren neue Geschmacksrichtungen für Torten auszuprobieren. Also muss das Ganze irgendwie konserviert werden. Und wie geht das einfacher und besser als mit einem Sirup?

Sirups sind wirklich universell einsetzbar: in Sekt, Mineralwasser oder in anderen Getränken, in Creme-Füllungen oder einfach zum Böden tränken machen sie sich immer gut!

Unser erster Sirup war ein Rosensirup. Ich habe es nicht rechtzeitig geschafft, die Rosenblätter unserer allerbesten Duftrose zu "ernten", und schon hatte mein Mann das Ruder übernommen und ein Glas angesetzt.

Rosensirup

Man braucht:

ca. 4 Tassen Rosenblätter einer intensiv duftenden Rose
1 kg Zucker
1 l Wasser
2 Zitronen
1 EL Zitronensäure
ein gut verschließbares Gefäß

Wasser, Zitronensäure und Zucker werden zusammen in einem Topf aufgekocht, etwas weiter köcheln und dann im Topf abkühlen gelassen.
Zuckersirup zusammen mit den Zitronen und den Blütenblättern in das Gefäß geben und verschlossen und kühl einige Tage/ ca. 1 Woche durchziehen lassen. Die Farbe der Blätter geht nun nach und nach in den Sirup über. Wenn sie sehr blass geworden sind, werden sie zusammen mit den Zitronen abgeschöpft.
Das ganze durch einen Filter giessen und in ausgekochte Flaschen umfüllen.
Auf diese Weise können nun verschiedene andere Sirups herstellen. 
Erdbeersirup ist eine tolle Alternative, bei der auch die Früchte Verwendung finden: zum Beispiel in Altbierbowle, wo der Sirup mit Weissbier oder Altbier verdünnt wird.
Dafür einfach das Gefäß 1/3 bis 1/2 mit guten, besonders aromatischen Erdbeeren füllen und mit dem erkalteten Zuckersirup auffüllen.

Eine weitere Alternative wäre Zitronen Sirup...
Oder mit Flieder, Holunderblüten, Rhabarber....Es gibt so viele Möglichkeiten. Sirups sind wirklich leicht und schnell herzustellen. Probiert es mal aus!

Einen schönen Frühsommer wünsche ich euch!


Montag, 15. Juni 2015

Tutorial: Teerose/ Tea Rose

Für die rosa Torte mit Metallic-Effekt hatte ich vor kurzem ja eine kleine Teerose mit meinem neuen 5-Petal-Ausstecher gemacht und dabei versprochen, euch ein kleines Tutorial zusammenzustellen. Und nun bin ich endlich dazu gekommen!

Wir brauchen diesmal eigentlich gar nicht allzuviel Werkzeug:
Blütenpaste in der gewünschten Farbe 
Ausrollstab
Stärke und Pinsel oder ein Stärkesäckchen
Zuckerkleber oder Wasser
großer 5-Petal-Ausstecher (11cm)
Draht (20 gauge) oder Zahnstocher
Blütenkegel
Puderfarbe (Pink, Salmon, Lavender Drop)

optional: 
Veiner
Rosenblattausstecher

Den Blütenkegel kann man ein paar Tage vorher selbst aus Blütenpaste formen und aushärten lassen. Ich habe diesmal aber bereits fertige Blütenkegel aus Kunststoff ausprobiert und bin ziemlich überzeigt davon. Diese gibt es von Wilton in einer 12er Packung mit 2 verschiedenen Größen. Sie werden einfach auf einen Draht oder einen Zahnstocher geklebt und fertig ist die Rosenbasis!
Für die Blüte wird nun die Blütenpaste dünn ausgerollt. Dabei pudere ich die ausgerollte Paste mit etwas Stärke ab und wende sie. Dadurch lässt sie sich besser ausstechen und später von der Arbeitsplatte abheben.

Mit dem Ausstecher eine Blume ausstechen und die überschüssige Blütenpaste wegschieben, während der Ausstecher zunächst liegen bleibt. Dadurch werden die Ränder sauberer.
Dann den Ausstecher anheben, umdrehen und mit dem Handballen oder dem Ausrollstab nochmals über die Kanten streichen. Auch dieser Handgriff ist förderlich für saubere Schnittkanten.

Nun die Blume aus dem Ausstecher lösen. 

Die einzelnen Blätter können nun mit dem Veiner geprägt werden oder aber auch nicht. Beide Varianten sehen hübsch aus. Wird kein Veiner verwendet, werden nun die Ränder mit dem Balltool ausgedünnt. Bei einem Veiner ist das nicht nötig. Hier präge ich immer mit etwas mehr Druck, dabei werden die Ränder automatisch ausgedünnt.
Auf die vorbereitete Blume wird nun der aufgedrahtete Blütenkegel mittig aufgesteckt. Am besten legt man sich dazu die Blume auf die Hand und steckt den Draht darüber. Beim Ankleben kann man den Draht dann mit den Fingern fixieren.
Man folgt beim Ankleben (mit Zuckerkleber oder einfach mit Wasser) der einzelnen Blütenblätter jetzt einfach der auf dem Ausstecher eingeprägten (1-5) Zahlen. 
Zur Verdeutlichung habe ich sie euch nochmal aufgeschrieben.

Dabei wird das erste Blatt an der Spitze stark eingerollt und zwar so weit, dass der Kegel von oben nicht mehr zu sehen ist.
Die weiteren Blätter werden analog angeklebt, wobei jeweils die Spitze etwas geöffneter gestaltet wird. Besonders schön sieht es aus, wenn man die Kante dabei etwas nach aussen wölbt und hier und dort mit Daumen und Zeigefinger eine "kleine Spitze" zusammendrückt.





Nun folgt die zweite Schicht: das Vorgehen ist dasselbe, jedoch folgen wir nun der Buchstaben-Folge (A-E), die ebenfalls aufgedruckt ist.
Und dann ist die Rose eigentlich auch schon fertig! 
Man kann natürlich noch eine dritte Schicht aufbringen und die Rose damit weiter "öffnen". Ich bin bei zwei Schichten geblieben.
Für mich sah sie aber von unten/seitlich noch nicht ganz so schön aus.
Wenn man nun eine Calyx anbringt, werden diese Stellen überdeckt. Ich habe mich aber dafür entschieden, eine weitere Schicht Blütenblätter aufzutragen. 

Ich habe einen Rosenausstecher ausgesucht, der ein klein wenig größer ist, als der 5-Petal-Aussteher:
3-4 Blätter ausgestochen, geprägt (oder auch nicht) und rundherum angeklebt, damit nichts mehr von den alten Überlappungen zu sehen ist.
 Und nun ist sie wirklich fertig, die Teerose:
Die Rose sollte nun ein paar Stunden (oder über Nacht) trocknen. Zunächst kopfüber:
Und dann "richtig" herum. Dadurch fallen die Blätter in die perfekte Form.

Um der Blüte noch mehr Tiefe zu verleihen, werden mit einer Mischung aus den drei Puderfarben "Pink", "Salmon" und "Lavender Drop" kleine Highlights gesetzt.
Und fertig ist unsere Teerose:


Montag, 8. Juni 2015

Moderne Hochzeitstorte


Die Hochzeit vom Cousinchen wurde ganz spontan beschlossen und wird nur im kleinsten, engsten Familienkreis stattfinden. Eine Torte war ursprünglich gar nicht wirklich geplant, aber eine Hochzeit ohne Hochzeitstorte ist keine richtige Hochzeit und deshalb habe ich mich -ebenfalls kurzfristig- dazu entschlossen, eine kleines aber feines Törtchen zu zaubern.
Naja, soooo klein ist sie dann doch nicht geworden...immerhin ca.30cm+Herz hoch.
 
Ich finde, eine Hochzeitstorte muss mindestens 2stöckig sein. Aber was macht man, wenn die Gesellschaft nur ca. 12 Personen umfassen wird? Richtig! Man verkleinert erstmal die Durchmesser!
Ich habe mich für eine Kombination 15cm auf 20cm entschieden. Das ist zwar immer noch ziemlich reichlich Kuchen für 12 Leute, aber man kann den Rest ja dann an die gratulierenden Freunde "verfüttern". Oder etwas einfrieren. Oder auch noch einige Tage später essen, denn ich habe extra einen haltbaren Kuchen gewählt.

Für den oberen Kuchen habe ich einen super-saftigen Zitronenkuchen gebacken (den mag der Bräutigam am liebsten), der mit Lemoncurd und einer ganz dünnen Schicht Zitronenbuttercreme gefüllt wurde. Ummantelt wurde auch mit der Zitronenbuttercreme. Der Kuchen hat eine Gesamthöhe von ca. 10cm.

Der untere Kuchen ist der Lieblingskuchen der Braut: Schokoladenkuchen. Gefüllt mit einer ebenfalls ganz dünnen Schicht Schokoladenbuttercreme und ummantelt mit Zartbitterschokoladenganache. Da dieser Kuchen nur ca. 7cm hoch war, musste ich mir etwas einfallen lassen, um die Gesamttorte auf ein harmonisches Größenverhältnis zu bringen. Deshalb habe ich mir einen 10cm hohen Styropordummy mit gleichem Durchmesser genommen und ihn unter den Schokoladenkuchen gestellt.
In den (schlechten Handy-Bildern) sieht man den Kuchenaufbau auf dem Kopf, weil ich zum Ummanteln die "Upside-Down-Methode" angewendet habe, mit der man recht einfach diese geraden Kanten hinbekommt. Diesen Trick verrate ich euch demnächst mal ausführlicher!
 Dann wurde der gesamte Aufbau mit der Ganache überzogen.

Der große und der kleine Kuchen wurden einzeln mit Fondant überzogen und schließlich aufeinander gestapelt.
Die fertige Torte konnte anschließend dekoriert werden. 
Ich habe mich für ein zeitgemäß modernes Design entschieden (das passt einfach am besten zum unkonventionellen Brautpaar). 
Ich hatte vor einiger Zeit mal im Internet eine sehr ähnliche Torte gefunden, die ich so toll fand, das ich unbedingt mal meiner Version davon machen wollte. 

Die Figuren sind direkt auf den Fondant aufgemalt. Sie erinnern an die Figuren meiner Lieblingsillustratorin Silke Leffler, sind aber weniger detailreich und stark vereinfacht.
Für die 3-dimensional anmutende Treppe wurde eine zusätzlich in Form geschnittene Schicht Fondant aufgeklebt. Um den Effekt besser herauszuarbeiten wurden die Treppenkanten mit Lebensmittelfarbe bemalt. 
Die Rüschen und die Herzen bestehen aus roten Rollfondant, der aufgeklebt ist.

Auf der obenen Etage ist das Brautpaar zu sehen - inkl. dem Kleid, das die Braut tragen wird. Ich hatte mir von der Cake & Bake einen Labelausstecher mitgebracht und war froh, den gleich einweihen zu können. Auf diese Weise konnte ich das Label bequem auf dem Tisch liegend malen und musste es nach Trocknung nur noch aufkleben. 


Bereits einige Tage zuvor hatte ich schon das 3-dimensionale Herz aus Blütenpaste geformt und auf einen gekürzten Schaschlikspiess aufgespiesst. Es hat ca. 4 Tage zum Trocknen gebraucht und wird einfach auf die obere Torte mittig aufgesteckt.
Das ist sie: die meine erste Hochzeitstorte in diesem Jahr!