Dienstag, 7. Juli 2015

Tortenplanung /Dimensionierung von (Hochzeits-)Torten


Für mich geht es gerade wieder in die "heiße Phase" einer Hochzeitstorte. Im letzten Jahr hatte ich einmal ausführlich über die Entstehung einer Solchen berichtet, in diesem Jahr möchte ich einen kleinen Einblick geben, wie die Vorbereitungen zur Herstellung einer Hochzeitstorte aussehen.

Bevor es mit dem Backen losgehen kann, bedarf es genauer Überlegungen und Planungen. Immer wenn wieder ein neues Tortenprojekt ansteht stellt sich für mich immer zuerst die Frage: wie groß soll sie denn werden?

Speziell bei Hochzeitstorten ist die richtige Dimensionierung immer wieder eine große Herausforderung. Ich suchte mich dann immer stundenlang durchs Internet nach Vergleichswerten, blätterte alle meine Tortenbücher durch, verglich die darin enthaltenen Tabellen oder fragte mich durch einschlägige Foren nach anderen Erfahrungswerten. Meist war ich hinterher nicht schlauer als vorher. Stattdessen total verunsichert.
Und da liegt der Hase im Pfeffer: jeder sagt etwas anderes.

Vorüberlegungen

Das Hauptproblem an der ganzen Geschichte: man kann das alles nicht so pauschal sagen. Insbesondere bei Hochzeitstorten hängt die richtige Menge von so unglaublich vielen Faktoren ab:

  • Gästeanzahl der Feier
  • gewählte Füllung: wenn mächtig, dann eher kleinere Stück, leichte Füllungen ergeben meist eher größere Stücke
  • Uhrzeit des Anschnittes: nachmittags zum Kaffee, wenn alle Hunger haben oder nachts, nach dem großen Gelage - wenn schon alle satt sind
  • Art der Hochzeit: bei einer ausgelassenen Feier/Party wird weniger verspeist, bei eher ruhigerem Ambiente wird tendentiell eher mehr gegessen
  • Wetter: an heißen Tagen wird üblicherweise weniger gegessen als an kühlen Tagen
  • weiteres Gebäck: gibt es noch weitere Torten oder Kuchen?
und nicht zuletzt: 
  • am Geschick des Tortenschneiders/-verteilers.
Ihr seht: alles nicht so einfach. 

Nun kann man sich natürlich damit zufrieden geben zu sagen: 'ich mach einfach, was ich (optisch) gut finde und dann sehen wir schon...im Notfall muss ja nicht jeder ein Stück abbekommen oder wenn viel übrig bleibt-kann man ja einfrieren...'. Gut, kann man machen...

In diesem Fall kommt mir aber immer mein Ingenieursherz in die Quere, daß den Dingen gerne auf den Grund geht, bis es eine bodenständige Lösung für das Problem gibt.
Ich plane die Dinge einfach gerne genauer und bin der festen Überzeugung, von irgendwas muss man ausgehen, auch wenn es hinterher noch genug Umbekannte geben wird, auf die wir keinen Einfluss haben.

Also habe ich mich eimal hingesetzt, geplant, skizziert, recherchiert, gebastelt und überlegt, um meinen persönlichen Richtwert für Planungen vom Torten zu erstellen. Es sei nochmals erwähnt, dass es sich um meine persönliche Kalkulationsgrundlage handelt, die zum Teil auch auf meine persönlichen Erfahrungswerten beruht. Die Planungen beziehen sich auf runde Torten.


Schnittechnick

Als erste Konstante lege ich die Schnittechnik der Tortenstücke fest. 

Dabei sei gesagt, dass ich die klassische Schneidemethode für meine im Schnitt 10-12cm hohen Torten nicht favorisiere: die Stücke matschen schnell, fallen auseinander und senken sich am spitzen Ende des Tortenstücks mit jedem Schnitt weiter ab. Zurück bleibt ein Tortengemetzel, das nicht schön aussieht und keiner gerne auf seinen Teller geladen bekommen möchte.

Ich entscheide mich daher für eine in der Fachwelt weit recht verbreiteten Methode - ich nenne sie gerne die:

 "Geraden-Schneidetechnik"

Dabei wird die Torte nach dem traditionellen Anschnittfotos zunächst entstapelt, was den Vorteil hat, dass man die zumeist unterschiedlichen Geschmacksrichtungen aller Tortenetagen gleichzeitig zur Verfügung hat. 

Der erste Schnitt halbiert die Torte zunächst einmal. Der zweite Schnitt erfolgt senkrecht dazu und teilt die Torte in 4tel (Im Bild sind das die pinken Striche). Nun folgen zum Hauptschnitt senkrechte Schnitte in einem üblichen Abstand von 2-2,5cm (im Bild mit lila eingezeichnet). Je nachdem, wie groß der Durchmesser der Torte ist, werden diese Stücke nochmals halbiert. 

Damit kann man anhand der Durchmesser eine zur Verfügung stehenden Stückzahl festlegen und muss dann nur noch zusammenrechnen, welche Durchmesser-Kombinationen in etwa zur angegebenen Personenzahl passen. Auf diese Weise hat man zumindest einen Anhaltswert auch wenn das natürlich nicht passgenau berechnen kann.

Ich habe mir dazu mal alle Backformendurchmesser, die ich besitze auf ein Blatt Papier gemalt und dann mögliche Tortenstücke mit der genannten Schneidetechnik (2,5cm breit, im Durchschnitt ca. 5cm lang) eingezeichnet. Somit habe ich für jeden meiner üblichen Durchmesser eine Stückzahl festgelegt.

Und schon ist alles nicht mehr ganz so kompliziert, oder?!

Nun kann man mit verschiedenen Kombinationen von Durchmessern "spielen" und dabei einige mögliche Personen/ Tortenstückeanzahl ermitteln. Auf diese Weise bekommt man ein Gefühl für die Dimensionen und die Entscheidung für die Größe der Torte ist recht schnell getroffen.
So, ich hoffe, meine Überlegungen helfen euch bei euren Planungen etwas weiter. Ich muss nun wieder in die Küche-Kuchen backen! ;-)
 

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